Schizophonischer CrossoverRausch?!
von
Irene Binal (EuroNews) Warum sollte Balkanfolklore eigentlich nur
Roma-Blasorchestern und
traditionellen Folkensembles vorbehalten bleiben; und auf welche Weise
können musikalische Traditionen noch weiterentwickelt werden?
Eine Antwort kommt von Xell.
Der aus Bulgarien stammende Multiinstrumentalist komponiert
mit
nostalgischer Wucht polyphonen Progressivemetal. Und er setzt dabei auf
ein außergewöhnliches Arrangement: Oboe, Klarinette,
Violine, Akkordeon liefern sich ein virtuos-brachiales Duell mit
NuMetal Gitarren, Soundeffekten und PowerDrums. Ost- und Westeuropa
musikalisch zu vereinen, klanglich weiterzudenken, das ist die
Intention des Wahlberliners Xell. Und auf
außergewöhnliche
Art und Weise gelingt es dem Diplommusiker, Stilelemente aus Metal,
Klassik und Balkan raffiniert miteinander zu verbinden. Er
experimentiert nicht, sondern erschafft einen eigenständigen
Stil,
der bisweilen unerwartet nach Filmmusik klingt. Einordnen
lässt
sich Xells Musik nicht und das ist gut so.
Für seine erste Studioplatte holte Xell bekannte
Szenengrößen wie Drummer Tim Neuhaus (The Blue Man
Group),
Bassist Daniel Bätge (Clueso), Jazz-Klarinettist Vladimir
Karparov
und am Akkordeon die Balkanlegende Franka Lampe. Xell ist alternativ
geballter Crossover im Edelmetallgewand. Irgendwo zwischen Rammstein,
Bregović und Strawinsky angesiedelt, gelingt Xell mit seinem
Schizophonic Orchestra ein unverwechselbares Soundformat.
Xell wurde vom Bundesministerium für Kultur
gezielt gefördert.
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